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Verkehrsgeographische Lage
Wolfsberg liegt auf 46°51' nördlicher Breite und 14°50' östlicher Länge am Ausgang einer Engstelle der in Nord-Süd-Richtung fließenden Lavant und bildet die Grenze zwischen dem Oberen und dem Unteren Lavanttal. Die Obere Stadt erstreckt sich auf einem Schwemmkegel des Schoßbaches unter dem rund 70 m aufragenden Schlossberg bis in den Talgrund der Lavant, an dessen rechtem Ufer die jüngere Untere Stadt entstand. (1) Auch verkehrsgeographisch wird Wolfsberg durch das Lavanttal bestimmt, welches eine wichtige Nord-Süd-Verkehrsverbindung zwischen dem Mur- und dem Drautal darstellt und ab Twimberg mit der Packer Straße von der Weststeiermark her vereinigt ist. Allerdings stand der Verkehrsweg über den Obdacher Sattel immer im Schatten des „Schrägen Durchganges” über die Perchau bzw. den Neumarkter Sattel weiter im Westen. Bereits 1521 haben Vertreter der Stadt anlässlich einer Inspektionsreise des Bischofs Georg III. von Bamberg geklagt, dass es keine Landstraße (gemeint ist hier eine Reichsstraße höherer Ordnung) durch Wolfsberg gäbe und weder die Durchfahrt (mit Mauten und Zöllen) noch ein Niederlagsrecht der Stadt nennenswerte Einkünfte brächten. (2) Mit der Verlagerung der Hauptkommerzialstraße durch das Murtal nach Graz und von hier weiter über Marburg (Maribor) nach Triest geriet das Lavanttal noch stärker in eine verkehrsgeographische Randlage, die sich erst durch den Eisenbahnbau ab 1879, vor allem aber durch den Ausbau der Packstraße 1934, welche eine direktere Verbindung von Graz nach Klagenfurt mit sich brachte, verbesserte. Eine erste Stadtumfahrung entstand von 1946 bis 1949, die Autobahnanbindung an die Südautobahn (A 2) erfolgte 1987 (Fertigstellung des Teilstücks Wolfsberg-St. Andrä, wobei die Nordabfahrt Wolfsberg erst 1992 gebaut wurde).
(1) Franz KAHLER, Zur Geologie des Lavanttales, in: Das Lavanttal. Wirtschaftsperle Kärntens, Wolfsberg 1951, 3f.
(2) August von JAKSCH, Die Reise des Bischofs Georg III. von Bamberg nach Kärnten 1521 August 5. bis November 28., in: Carinthia I 95 (1905), 95.
Ur- und Frühgeschichte
Aufgrund der klimatischen und geographischen Gunstlage ist für das Untere Lavanttal um Wolfsberg eine frühe Besiedelung im Rahmen der Jungsteinzeit und frühen Bronzezeit wahrscheinlich. Dafür sprechen der Schwemmfund eines bronzezeitlichen Schwertes im Schotter der Lavant am Priel südlich der Stadt ebenso wie hallstattzeitliche Graburnen in der Nähe. Am Strappelkogel bei Forst im Nordwesten des heutigen Gemeindegebietes kamen Funde zutage, die eine kontinuierliche Besiedlung zwischen der Endjungsteinzeit und der Bronzezeit belegen. Obwohl im engeren Stadtgebiet und vor allem in den Kirchen und Schlössern der Umgebung eine große Zahl römerzeitlicher Grabdenkmäler sekundär eingemauert ist (Stadtpfarrkirche, Pfarrkirche St. Johann, Filialkirche St. Jakob, etc.), gibt es bislang keinen schlüssigen Beweis einer vorrömischen oder römerzeitlichen Besiedlung des Wolfsberger Stadtgebietes. Eine römerzeitliche Straßenverbindung von Lavamünd über St. Paul nach Wolfsberg und weiter durch das Lavanttal über den Obdacher Sattel ins Murtal hat eine hohe Wahrscheinlichkeit, doch ist ihre genaue Wegführung unklar. (3)
(3) G. PICCOTINI (Hg.), Archäologischer Atlas von Kärnten, Klagenfurt 1989, 74 ff.; Walter MODRIJAN (†) ergänzt von Gernot PICCOTINI, Das Lavanttal in urgeschichtlicher und römischer Zeit, in: Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul im Lavanttal 1991, Bd. II, 317–338.
Namenkunde
Wenngleich für das Lavanttal von der Spätantike her eine kontinuierliche Besiedelung angenommen werden kann, so gibt es doch nur wenige vorslawische Ortsnamen. Geringer als im übrigen Kärnten sind die Orts- und Gegendnamen im Zusammenhang mit der alpenslawischen Landnahme seit dem späten 6. Jahrhundert: Gumitsch (wohl aus slowenisch gumnič, kleine Tenne, kleiner Vogelherd), Zellach (slowenisch Seljah, bei denen in der Ansiedlung) oder Reding (slowenisch redina, selten besuchte oder dünn besiedelte Gegend). Häufig sind deutsche Ortsnamen, die entweder auf frühe fränkisch-deutsche Kolonisation von Königsgut oder auf den Zuzug deutscher Kolonisten nach der Schenkung an Bamberg ab 1007 zurückgehen dürften: Auen, Edling, Gries (nach dem Flussschotter), (Groß- und Klein-)Winklern, Priel (Brühl), Schwemmtratten (früher auch Schweintratten) oder Wölch (wo es welkt, wo die Sonne den Boden versengt). Bei Patronymen wie Hattendorf (Dorf des Hatto), Leidenberg (Berg des Ljudina) oder Ritzing (slaw.? Gegend des Ritzo) begegnen uns deutsche und slawische Namen vermutlicher Dorfgründer. Ab dem Spätmittelalter sind durchwegs deutsche Namenformen nachzuweisen: Schleifen (nach einem alten Schleifwerk am Weißenbach?), Kirchbichl oder Neudau (14. Jh.: als höfischer Wunschname einer so glückseligen Au gedeutet, dass man darum beneidet wird). (4) In einigen Fällen sind altslawische Gegend- und Gewässernamen in der Neuzeit durch deutsche Namen ersetzt worden: Groglitz durch Schwemmtratten, Schleintz durch Weißenbach und Lansitz durch Auenbach. (5)
(4) Eberhard KRANZMAYER, Ortsnamenbuch von Kärnten, Bd. II, Klagenfurt 1958 (AVGT 51) an verschiedenen Stellen.
(5) Martin WUTTE, Kärntner Gerichtsbeschreibungen, Klagenfurt 1912 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 19–21), 196 (Abschrift des 16. Jahrhunderts eines vor 1438 verfassten Originals).
Stadtgründung und -herrschaft
Wohl schon im Umfeld der Gründung des Bistums Bamberg im Jahre 1007 wurde das fränkische Hochstift von Kaiser Heinrich II. mit umfangreichen Ländereien in Kärnten begabt, zu denen auch das obere Lavanttal zählte. Wann zum Schutze des Verkehrsweges entlang der Lavant und deren Austrittes aus der Talenge eine Burg errichtet wurde, ist ungeklärt. Erst am 29. März 1178 urkundet der zum Bischof erwählte Otto II. apud castrum nostrum Wolfsperch inmitten einer zahlreichen bambergischen Gefolgschaft als Schiedsrichter in einem Streit zwischen dem Stift St. Paul und dem bischöflichen Ministerialen Otto von St. Marein. (6) Da sich ab 1169 die Edelfreien von Schönfeld in Oberfranken ebenfalls nach einer dortigen Burg Wolfsberg nannten, wird die Erbauung der Kärntner Burg unter Bischof Eberhard II. zwischen 1166 und 1169 angenommen. (7) Eine Urkunde Bischof Ekberts von 1216 nennt einen Hofmeier (villicus), weswegen man die Bewirtschaftung der bischöflichen Güter von einem Herren- oder Fronhof aus durch Gesinde und fronpflichtige Bauern der Umgebung annehmen kann – dieser Fronhof ist vermutlich ident mit dem späteren Unteren Stadtschloss oder fürstlichen Hofhaus am Getreidemarkt. Die bischöfliche Burg war im 13. Jahrhundert in den Besitz eines Ministerialengeschlechtes gelangt und kam erst 1288 durch Verpfändung des Ortolf von Wolfsberg an Bischof Arnold, ohne dass sie später jemals wieder von Ortolf oder seinen Nachkommen rückgelöst worden wäre.
(6) August JAKSCH (Hg.), Monumenta ducatus Carinthiae (MC), Bd. III, Klagenfurt 1904, Nr. 1242.
(7) Karl DINKLAGE, Geschichte der Stadt Wolfsberg, Typoskript Klagenfurt 1964/65 (Kärntner Landesarchiv, Hs. 13/53), 7f.
Durch die Verwaltungsreformen des Bischofs Werntho Schenk von Reicheneck (1328–1335) wurde einerseits aus den Reihen des Bamberger Domkapitels für die Folgezeit dauernd ein Vizedom als bischöflicher Vertreter und oberster Verwalter seiner Besitzungen in Kärnten, andererseits auch die Burg Wolfsberg bzw. später das fürstliche Hofhaus zu dessen Residenzort bestimmt, wozu wohl die günstigere strategische Lage der Lavanttaler Stadt gegenüber dem ungeschützten Villach beigetragen haben mochte. Vom zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts – bis zum Verkauf der bambergischen Herrschaften an den österreichischen Ärar 1759 – war somit Wolfsberg das Zentrum der bambergischen Verwaltung nicht nur für Kärnten, sondern auch für die Besitzungen in der Steiermark und in Oberösterreich. (8) Der Vizedom fungierte als Kontrollinstanz aller bambergischen Grundherrschaften, Kasten-, Maut- und Forstämter, aber auch für sämtliche Städte und Märkte unter seiner Herrschaft. Bis ins frühe 16. Jahrhundert war ihm für alle militärischen Angelegenheiten ein Hauptmann zur Seite gestellt. Auch in allen gerichtlichen Belangen war der Vizedom die zweite Instanz, deren Berufungen allerdings seit dem Ende der bambergischen Landeshoheit (dem Rezess mit König Ferdinand I. von 1535) an die landesfürstlichen Zentralbehörden nach Graz bzw. Wien gingen. Stellvertretend für seinen bischöflichen Herrn saß der Vizedom seitdem auch im ständischen Landtag zu Klagenfurt.
(8) Dass es zumindest im 14. Jahrhundert noch einzelne Villacher Vizedome gab, belegt die Nennung eines Villacher Vizedoms Walther in einer Urkunde von 1270; vgl. Wilhelm WADL, Geschichte der Juden in Kärnten im Mittelalter, 2. erw. Aufl. Klagenfurt 1992 (Das Kärntner Landesarchiv 9), 170.
Bereits Bischof Ekbert (1203–1237) dürfte entscheidende Initiativen zur Anlage einer Marktsiedlung am Fuße der Burg entlang des heutigen Hohen Platzes gesetzt haben. So wird 1216 ein erster Priester im Ort genannt und 1224 zur Schlichtung eines Streites zwischen steirischen Parteien von einem päpstlich delegierten Schiedsrichter ein neuer Termin in Wolfsberg anberaumt. Die Namen zweier bischöflicher Gefolgsleute (Otto super portam 1216 und Otto und Konrad de Porta 1236) können durchaus als Indizien für eine bereits vorhandene Befestigung der Siedlung gedeutet werden. (9)
(9) MC IV/2, Nr. 1727 (Gotfridus sacerdos 1216); ebd., Nr. 1866 (Wolfvesperch 1224); ebd., Nr. 2123 (1236 April 5).
Seit den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts häuften sich wichtige Beurkundungen in der Stadt, an denen örtliche Adelige als Aussteller und Zeugen einen großen Anteil hatten, so etwa Friedrich von Wolfsberg, sein Bruder Herr Otto von dem Tore oder die Familie Ungnad; neben ihnen schwangen sich vor allem die Weißenegger (nach einer Burg oberhalb von Ruden im Jauntal) zu wichtigen Gefolgsleuten des Bischofs auf. Heinrich von Finkenstein bestätigte 1272 in Wolfsberg eine Urkunde, wonach er ebenda für bischöfliche Dienste ein Steinhaus (damals offenbar noch die Ausnahme, sollte damit nicht überhaupt ein ritterlicher Turm gemeint sein) nach Lehensrecht erhalten habe, wohingegen er sein bisheriges Haus dem Bischof abtrat. Dieser besaß damals mehrere Lehenshäuser in Wolfsberg, ebenso gab es adeligen Hausbesitz. Am 15. August 1277 übergab Bischof Berthold von Bamberg aufgrund eines Gutachtens seiner Räte und seiner getreuen Bürger (de prudentium et civium nostrorum fidelium consilio […]) dem Lavanter Bischof Gerhard ein Haus in Wolfsberg, das er schon dessen Vorgänger Herbord von Lavant (1267–1275) auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt hatte (Johann-Offner-Straße 5). (10) Dieses Haus blieb bis 1720, nachdem der Bischof endlich auch in seinem Kathedralort St. Andrä selbst zu einer repräsentativen Residenz gekommen war, im Besitz der Bischöfe von Lavant. Die Zahl der adeligen Freihäuser in Wolfsberg variierte auch späterhin nach Besitzwechsel. Freihäuser besaßen etwa im Jahre 1521 in der Stadt die Adelsfamilien Teuffenbach, Hohenwarter, Himmelberg, Herberstein, Ungnad (zwei Häuser, davon eines am Spitz), Kollnitzer sowie der Bischof von Lavant (Kapellhaus) und das Stift Griffen; weiters die Kammmacherin sowie Kaspar von Guttenberg, dessen Haus allerdings erst kurz zuvor gefreit worden war. Diese Freihäuser waren von der Steuer, Robot, Wacht, Torhut und anderen bürgerlichen Pflichten befreit. (11)
(10) MC Bd. V, Nr. 293.
(11) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 219.
Topographie und Stadtbild
Die älteste Siedlung Wolfsbergs entstand seit dem späten 12. Jahrhundert am Fuße des Burgberges entlang einer Straße, die am linken Ufer die Lavant flussaufwärts begleitete, direkt unter der Burg den Fluss querte und schräg gegen Nordwesten weiter talaufwärts führte (Johann-Offner-Straße, Hoher Platz, Sporergasse, Wiener Straße). Der Hohe Platz wurde um oder nach 1200 solcherart zum ersten erweiterten, geländebedingt aber unregelmäßigen und stark abschüssigen Straßenmarkt ausgebaut (1544 Hoher Markt genannt). Wegen des beträchtlichen Geländeabfalls zur Lavant entwickelte sich zu dieser hin ein unregelmäßiger Parallelstraßenzug mit der Schlossergasse, Gerichtsgasse und dem Rindermarkt. Dazwischen entstand die Pfarrkirche mit dem Friedhof, der bereits um 1600 an die Stelle des späteren Kapuzinerklosters und von dort im Jahre 1636 nach Priel nahe der Bezirksstraße verlegt wurde (an ihn erinnern noch bemerkenswerte Grabdenkmäler des 15. und 16. Jahrhunderts im Inneren und an den Außenwänden der Stadtpfarrkirche.
Spätestens in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde dieser Bereich – die spätere „Obere Stadt” – an allen Seiten, also auch gegen die Lavant zu, ummauert und mit drei Stadttoren an der Fleischbrücke, am Ende der heutigen Offner-Straße (Prieltor) und gegen den Schoßbachgraben sowie mit einem Törlein beim Kollnitzerhof zum Radisteg über die Lavant versehen. Zwei Verbindungsmauern zur Burg schützten die Bürgersiedlung hangseitig. Die flussseitigen Mauern, die am Votivbild von 1607 gut zu erkennen sind, waren nötig, da die zu Überschwemmungen neigende Lavant für eine Überbauung mit einer Mauer zu breit war.
Eine Vorstadt hat sich seit der Ummauerung nur zögerlich jenseits der Lavant entwickelt; sie wurde anlässlich der regelmäßigen Anlage der Unteren Stadt in diese einbezogen, ist aber im unregelmäßigen und schrägen Straßenzug der Sporergasse noch erkennbar.
Parallel zur Errichtung des Edelsitzes Bayerhofen durch Hans Payer, die für das Jahr 1377 zu vermuten ist, erfolgte eine großzügige Stadterweiterung Wolfsbergs, die erstmals aus der urkundlichen Bezeichnung des „alten Marktes” anlässlich einer Hausstiftung der Margaretha von Weißenegg an das Kloster Griffen 1385 erschlossen werden kann. Im Lehenbuch Bischof Albrechts von 1399 wird der „Neue Markt” dann ausdrücklich genannt. (12) Dieser neue Markt, dessen Häuser alle vom Bischof als Lehen ausgingen, umschloss ein regelmäßiges Karree von rund 450 x 250 m, das von zwei Quer- und drei Längsstraßenreihen durchzogen wurde. Lediglich in seiner Nordhälfte bewirkte die Einbeziehung und weitere Nutzung der alten Fernstraße (Sporergasse) eine schräge Durchbrechung des rechteckigen Rasters. Ob dieser Stadtteil seine heutige Bezeichnung „Schwarzes Viertel” nach dem Aufstand des Stadtrichters Othmar dem Langen gegen die Stadtherrschaft im Jahre 1361 erhielt oder nicht doch eher auf die geschätzte Lavanttaler Schwarzhafnerware zurückgeht, die hier angeboten wurde, (13) kann hier nicht sicher entschieden werden.
(12) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 91 ff.
(13) Eva DEMEL, Schwarzhafnerei im Lavanttal, Klagenfurt 2008 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 95), 34. Auch in St. Paul im Lavanttal hat sich, allerdings erst nach 1800, der Name „Schwarzes Viertel” für den ältesten Ortsteil längs des Granitzbaches eingebürgert.
Der neue Markt, bald als Untere Stadt bezeichnet, war zur Gänze ummauert und gemäß dem Votivbild von 1607 von einem mit Wasser gefüllten Graben umgeben, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trockengelegt und später aufgeschüttet wurde. Toranlagen besaß die Neustadt gegen Nordwesten (Auentor) und Westen ([St.] Jakober Tor), dazu zwei Törlein nord- und südseitig nahe der Lavant (Bader- oder Mühltürl und Lederertörl) sowie zu den beiden Brücken. Ein Mauthäusl stand bis ins 19. Jahrhundert vor dem Jakober Tor. Nach der Stadterweiterung des späten 14. Jahrhunderts haben sich in Wolfsberg keine Vorstädte mehr entwickeln können. Die Häuser entlang des Schoßbaches schlossen das Bürgerrecht nicht ein und unterstanden der bambergischen Güterverwaltung (Kastenamt etc.).
Die Wasserversorgung der Oberstadt gewährleistete sowohl als Feuerbach als auch für die Kanalisation seit jeher der Schoßbach (scheispach 1399), welcher dem Graben unter der Burg entsprang, beim Schoßbach- oder Schlossbachtor die ummauerte Stadt erreichte und hier nördlich des Hofhauses den Getreidemarkt und den Schnittpunkt der Offner-Straße mit dem Hohen Platz querte. Westlich der Pfarrkirche durchfloss er den vor dem 19. Jahrhundert „an der Arch” genannten Kanalplatz (welcher den Namen ebenfalls dem Schoßbach verdankt, der hier 1871 bis 1873 als Kanal gefasst wurde) und mündete durch eine Öffnung der Stadtmauer in die Lavant, wie deutlich auf dem Votivbild von 1607 zu sehen ist. Die Untere Stadt besaß keinen Feuerbach; hier wie in der Oberstadt ließen die Bürger Hausbrunnen graben. Löschbehälter befanden sich gemäß Katasterplan von 1829 beim Schoßbach an der Kreuzung Getreidemarkt – Hoher Platz und in der Unteren Stadt am Weyerplatz. Hier wurde im 18. Jahrhundert – vermutlich nach dem verheerenden Brand von 1724 in der Unteren Stadt – auch ein steinernes Florianidenkmal errichtet. 1902 konnte die erste Hochquellenwasserleitung der Stadt, welche Wasser von der Koralpe sammelte, in Betrieb genommen werden.
Bereits 1422 werden zwei Badstuben genannt, von denen sich eine am Rindermarkt (Nr. 81) und die zweite in der Neustadt befand; 1468 ist zusätzlich eine Badstube am Gries überliefert. 1909 wurde das städtische Volksbad mit Wannenbädern und einem Schwimmbassin eröffnet, 1965 südlich des Stadtzentrums am Gries das großzügig angelegte Stadionbad (Freibad), an dessen Errichtung sich auch Nachbargemeinden beteiligten.
Kampfhandlungen und Naturkatastrophen (14)
(14) Friedrich W. LEITNER, Wolfsberg (Österreichisches Städtebuch), Manuskript o. J., basierend auf Vorarbeiten von Herta Wittmann unter Mitarbeit von Heinrich Marchl, Manuskript Wolfsberg 1964.
Anlässlich des Durchmarsches eines Ritterheeres des Grafen Albert von Görz-Tirol auf dem Weg zu König Rudolf von Habsburg nach Wien im Jahre 1278 erlitten bambergische Untertanen in und um Wolfsberg Schäden, für die Wiedergutmachungen geleistet wurden. Zwischen 1322 und 1331 zogen Fehden zwischen dem Hochstift Bamberg und Hartneid von Weißenegg mit seinen Brüdern Dietmar und Otto um das Erbe der Grafen von Heunburg auch Wolfsberg in Mitleidenschaft. Ein Aufstand Wolfsberger Bürger unter der Führung Othmars des Langen wurde 1361 von der Stadtherrschaft mit Unterstützung eines landschaftlichen Aufgebotes niedergeschlagen, der Anführer hingerichtet. 1387 kam es mit Burghart von Rabenstein zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die durch einen Vergleich beigelegt werden konnten. Im Rahmen einer Fehde zwischen Graf Hermann von Cilli und Bischof Friedrich von Bamberg um die Schlösser Weißenegg und Hartneidstein wurde Wolfsberg 1425 vom Cillier vergeblich belagert. Sie endete mit einem Vergleich, doch beabsichtigte der Bischof schon damals den Verkauf seiner Kärntner Herrschaften zur Entlastung der bischöflichen Finanzkammer. Die fünf Türkeneinfälle von 1473 bis 1483 sowie die Zeit der ungarischen Besatzung Salzburger Burgen und Schlösser, über die der Chronist Jacob Unrest anschaulich berichtet, betrafen auch das Lavanttal schwer, auch wenn die Angreifer 1478 von den Bürgern abgewehrt werden konnten.
1809 besetzten die Franzosen unter Marschall Marmont, der dann im Schloss residierte, kurzzeitig auch Wolfsberg. Am Kärntner Abwehrkampf beteiligten sich auch Wolfsberger, unter denen 19 Todesopfer zu beklagen waren. Beim Juliputsch 1934 kamen fünf Personen ums Leben, 21 wurden verwundet. Im Zweiten Weltkrieg blieb Wolfsberg von Luftangriffen weitgehend verschont. Am 18. Dezember 1944 bombardierte ein US-Verband versehentlich das STALAG XVIII A am Priel; das Kapuzinerkloster diente ebenso wie die vorhandenen Lagerbaracken als Notunterkunft.
Bereits 1685 ist am Weyerplatz an der Stelle der heutigen Bezirkshauptmannschaft ein Quartierhaus als Vorläufer der seit 1740 ausdrücklich genannten Kaserne genannt, die bis ins 19. Jahrhundert bestand. Eine weitere Kaserne – als „Stadtkaserne” bezeichnet – befand sich seit dem späten 18. Jahrhundert im Kollnitzerhof (heute Bezirksgericht).
Der erste überlieferte Brand in Wolfsberg zerstörte 1519 die Wehrgänge und die anschließenden Häuser beim Prieltor. Aufgrund der Enge der Gassen und Straßen wurde 1588 eine besondere Feuerordnung in die Stadtordnung übernommen. Im Jahre 1607 wurde vom Magistrat nach glücklicher Abwendung einer drohenden Feuersbrunst das großformatige Florianibild mit einer sehr genauen Vogelschau der Stadt vom Westen her in Auftrag gegeben, das sich heute im Sitzungssaal des Rathauses befindet. 1661 wurde das Minoritenkloster samt Kirche ein Raub der Flammen; bereits drei Jahre später brannten zwölf Häuser ab. 1716 zerstörte ein Großbrand die Minoritenkirche und eine große Zahl weiterer Häuser; acht Jahre später wurde ein erheblicher Teil der Unteren Stadt ein Raub der Flammen. Am 7. Juli 1777 wütete einer der größten Stadtbrände; weitere, jedoch kleinere Brände sind für 1779, 1783 und 1786 überliefert. Mindestens ebenso gefährlich wie die Brände waren Hochwässer und Vermurungen, welche besonders die tiefliegende Untere Stadt gleich von mehreren Seiten bedrohten. Die große Flut von 1638 war das größte überlieferte Hochwasser, Vermurungen vom Schoßbach her haben noch im 20. Jahrhundert großen Schaden angerichtet, so etwa 1986 bei einem Jahrhunderthochwasser der Lavant.
Die Pest forderte zumindest im Jahre 1629 in Wolfsberg viele Opfer. Aus Anlass der Überwindung der Pestgefahr in den Jahren 1713/15 ließ die Bürgerschaft auf dem Hohen Platz vom Steinmetz Simon Reischl nach Plänen von Lorenz Possegger eine Mariensäule (Pestsäule) errichten, die am 8. Dezember 1718 eingeweiht werden konnte. Die Säule mit der Statue der Immaculata wird von einem Unterbau mit Widmungs- und Restaurierinschriften getragen, an dessen Ecken sich die Statuen der Bamberger Bistumspatrone (das Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde) sowie der Pestpatrone Sebastian und Rochus erheben. Die Säule selbst ist von einer Steinbalustrade eingefasst, auf deren Eckpostamenten Engel mit Kartuschen stehen. Sie trugen Inschriften, die auf die siegreichen Schlachten gegen die Türken bei Lepanto 1571 und Wien 1683 sowie auf das Franzosenjahr 1809 Bezug nahmen. (15)
(15) Alois GLAWAN, Wolfsberg. Kirchliche Kunstdenkmäler, Klagenfurt 1962, 29f.
Der um die Stadtpfarrkirche St. Markus im 13. Jahrhundert angelegte Friedhof wurde bereits um 1600 im Süden der Stadt außerhalb des Prieler Tores neu angelegt und nach dortiger Ansiedlung der Kapuziner um 1636 an die Bezirksstraße nach Priel übertragen, wo im Jahre 1647 Augustin Grasndarfer eine Vierzehn-Nothelfer-Kapelle errichten ließ, in welcher sich – bewusst bei den Armen – Vizedom Johann Wolfgang von Wallenfels 1710 bestatten ließ. Der Friedhof musste in den Jahren 1882 und 1908 erweitert werden. Ihm gegenüber erhebt sich an der Landstraße seit 1714 die Kreuzkapelle, die ihren Namen einem in der Barockzeit als wundertätig verehrten Kreuz verdankt und die 1954 in eine Gedächtnisstätte für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und der Abwehrkämpfe umgewandelt wurde. (16)
(16) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 328f.; GLAWAN, Wolfsberg (wie Anm. 15), 31–33.
Rechtsverhältnisse
Schon vor 1276 war das Stadtgebiet aus dem Landgericht „bei Wolfsberg bei der Lavant”, das ursprünglich das gesamte untere Lavanttal vom Kampbach bei St. Gertraud bis zum Eselstein unter Unterdrauburg (heute Dravograd, Slowenien) umfasst hatte, herausgelöst worden, besaß aber gemäß Weistum bzw. Schiedsspruch zwischen dem Bischof und den Inhabern des Landgerichts vom 16. November 1289 nur Niedergerichtsrechte (also nicht das Recht über Leben und Tod). Erst um 1300 erhielt dieses Landgericht seinen bis ins 19. Jahrhundert gebräuchlichen Namen Hartneidstein, nachdem Hartneid von Weißenegg als Inhaber desselben, das er offenbar von den Grafen von Heunburg zu Lehen innehatte, die Burg gleichen Namens südöstlich von Wolfsberg an den Abhängen der Koralpe erbauen hatte lassen. Im 18. Jahrhundert gehörten zum Landgericht Hartneidstein neun Burgfriede und 58 Grundherrschaften. (17) 1351 wurde dem Hochstift Bamberg die Blutgerichtsbarkeit über die Stadt Wolfsberg und den Markt Griffen zugesprochen, es hatte für seine übrigen Lavanttaler Besitzungen jedoch weiterhin nur die niedere Gerichtsbarkeit inne. Noch 1392 wurde der Wolfsberger Stadtrichter vom Bischof eingesetzt und nicht von der Bürgerschaft gewählt. Erst 1425 konnte das Hochstift das Landgericht Hartneidstein erwerben, und 1449 verlieh König Friedrich IV. der Stadt über Intervention des Bischofs Anton die Blutgerichtsbarkeit. Das Hochgericht (der Galgen) befand sich im Süden an der Reichsstraße. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde der Sitz des Landgerichtes von Reideben (Hartneidstein lag damals schon in Ruinen) ins untere Wolfsberger Schloss auf dem Getreidemarkt übertragen, das seitdem auch als Landrichterhaus bezeichnet wurde. (18) Die Niedergerichtsbarkeit war der Stadt vom Hochstift Bamberg nur verliehen, weswegen das Gerichtsgeld dem hochfürstlichen Rentamt zufiel. (19)
(17) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 333.
(18) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer I. Abteilung: Die Landgerichtskarte, 4. Teil: Kärnten u. a., bearb. v. August von Jaksch, Martin Wutte u. a., Wien 1929, 148–150.
(19) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 327.
Der Burgfried Wolfsberg umfasste 1351 links der Lavant den ganzen Berg Gumitsch bis zum Schoberkogel (Galitschofen) auf der Koralpe. Im ältesten Ratsprotokoll 1534/46 finden wir eine Abschrift vor 1438, gemäß welcher der Stadtburgfried im Süden bis zum St. Johanner Gericht und nach Reding, im Osten bis zur Koralpe, im Norden bis nach Kamp, wo es an das Landgericht St. Leonhard grenzte, und im Westen vom Leidenberg bis zur Lansitz (Auenbach) und zum Weißenbach zwischen Hattendorf und St. Margarethen reichte. (20)
(20) Martin WUTTE, Kärntner Gerichtsbeschreibungen, Klagenfurt 1912 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 20/21), 194–197.
Das Wolfsberger Stadtgericht, das später im Norden bis Wölch und Gösel, im Osten in die Gumitsch, im Süden nach St. Johann und Reding und im Westen bis nach St. Margarethen und Auen reichte, wurde im Zuge der Reformen Kaiser Josefs II. in Katastralgemeinden unterteilt, die zusammen den Steuerbezirk Wolfsberg bildeten. Die nach 1849 konstituierte Stadtgemeinde, die in ihrem Gebietsumfang bis 1954 unverändert blieb, war deutlich kleiner: Zu ihr gehörten außerhalb der Oberen und Unteren Stadt nur die Katastralgemeinden (KG) bzw. Ortschaften Gries, Priel, Reding, Ritzing und Schoßbach. Im Jahr 1954 kam die KG Schwemmtratten dazu, ab 1963 die KG Auen. Im Zuge der Gemeindestruktur-Verbesserung wurden schließlich 1973 große Teile der ehemaligen politischen Gemeinden Frantschach-St. Gertraud, Gräbern-Prebl, St. Marein, St. Margarethen, St. Michael, St. Stefan und Waidenstein zur Stadtgemeinde Wolfsberg geschlagen, welche damit hinter der Ortsgemeinde Sölden und der Stadtgemeinde Wien zur flächenmäßig drittgrößten Gemeinde Österreichs aufstieg. Nach jahrelangem Widerstand konnte sich lediglich Frantschach-St. Gertraud nach einer Volksbefragung 1997 wieder verselbständigen. Wolfsberg umfasst heute eine Katasterfläche von 278,31 km2 in 40 Katastralgemeinden und ist damit nach wie vor die flächenmäßig größte politische Gemeinde des Landes. (21)
(21) Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs, bearb. v. Hermann Rafetseder, Linz/Donau 1989 (Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs 2), 351 ff.
Der Gerichtsbezirk Wolfsberg ist seit der Einverleibung der aufgelösten Bezirksgerichte St. Paul im Lavanttal (1. Juli 1977) und Bad St. Leonhard im Lavanttal (1. Juli 1978) im Umfang deckungsgleich mit dem 1868 definitiv geschaffenen politischen Bezirk Wolfsberg, der im Norden (Obdacher Sattel) und Osten (Koralpe) von der Steiermark, im Süden von der Drau und im Westen von der Saualpe begrenzt wird. Als Gerichtsgebäude dient seit den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts der Kollnitzer Hof, das ehemalige Freihaus der Herren von Kollnitz am linken Lavantufer beim Radlsteg.
Wappen und Siegel
Als aufstrebender Vorort der bambergischen Herrschaften durfte Wolfsberg offenkundig seit dem späten 13. Jahrhundert im sechseckigen Siegel das Wappen des Hochstiftes – einen mit einem Schrägrechtsfaden belegten steigenden Löwen – führen. Deswegen zeigt das in einer Urkunde vom 14. Juli 1295 erstmals erwähnte (22) und an einer solchen vom 3. August 1392 gut erhaltene Siegel bereits einen Wappenschild. (23) Noch im ausgehenden Mittelalter wandelte sich das Wappentier zweifellos in Anspielung an den Ortsnamen gleichsam redend zu einem Wolf, wie etwa auf einem Sekretsiegel vor oder um 1500 gut zu sehen ist. Die Bamberger Vasallentafel von 1603 zeigt bereits die Tinkturen Gold-Schwarz. Im Sinne eines redenden Wappens wurde später sogar noch ein grüner Berg beigefügt, der von der Stadtgemeinde noch 1968 im Briefkopf geführt wurde. Während sonst bei Wappenbescheinigungen des 20. Jahrhunderts auf die älteste Überlieferung zurückgegriffen wurde, ging man in Wolfsberg einen Kompromiss ein und versah 1969 die heraldische Figur eines Wolfs mit einem Löwenzagel (Schweif), womit sowohl die bambergische Stadtherrschaft als auch die jahrhundertealte örtliche Tradition des redenden Wappens mitberücksichtigt wurden. (24)
(22) Kärntner Landesarchiv, Allgemeine Urkundenreihe (AUR) 1295–07–14 (nur kopial überliefert).
(23) Staatsarchiv Bamberg, Urkunde Nr. 4344.
(24) Wilhelm DEUER, Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt 2006, 302. Eine entstellte, lange nachwirkende Darstellung findet sich bei Hugo Gerard STRÖHL, Städtewappen von Österreich-Ungarn, 2. Aufl. Wien 1904.
Rechtliche und soziale Verhältnisse (25)
(25) Karlheinz ZECHNER, Die Rechte der Kärntner Städte im Mittelalter und ihr Zusammenhang mit den Stadtrechten außerhalb Kärntens, München 1938, 70–81; grundlegend dazu DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 12 ff., 52 ff., 111 ff., 160 ff., 165 ff., 270 ff.
In und um Wolfsberg siedelte seit der Wende zum 13. Jahrhundert eine zahlenmäßig beträchtliche Ministerialität des Hochstifts Bamberg, zu der sich Kaufleute und Handwerker gesellten. Erst im Jahre 1288 werden explizit Bürger (cives) wie Ortlinus, Herbordus et Hertwicus sowie ein Richter Fridericus genannt. (26) Eine Urkunde vom 10. März 1299 zeigt gut den sozialen Wandel in der aufstrebenden Stadt, indem drei Söhne eines Stadtrichters, der als „Herr” noch dem Adel angehörte, bereits bürgerlichen Standes waren. Zeugen der Urkunde waren fast durchwegs Adelige (Ungnad, Ehrenfels, Wolfsberg), aber auch Angehörige der bedeutenden Bürgerfamilie „an der Steinbrücke”. (27) Für Wolfsberg charakteristisch war im 13. und frühen 14. Jahrhundert die scharfe Trennung zwischen Bürgern und bambergischer Ministerialität (Adel), (28) welch letztere vermutlich allmählich in größerer Zahl vom Schloss bzw. anderen bambergischen Herrschaftssitzen in die Stadt zog.
(26) MC Bd. VI, Nr. 93.
(27) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 32.
(28) Alfred OGRIS, Die Bürgerschaft in den mittelalterlichen Städten Kärntens bis zum Jahre 1335, Klagenfurt 1974 (Das Kärntner Landesarchiv 4), 42f.
Während die alten Geschlechter wie die Herren von Wolfsberg im frühen 14. Jahrhundert erloschen, stiegen die mit den Ungnad verschwägerten Bayer auf. 1300 erhielt Konrad Bayer von Bischof Leopold das Haus der Niederen Burg, das vorher Ortolf von Wolfsberg gehört hatte; 1313 wurde es bereits geteilt. Künzel, Sohn des Konrad von dem Tore, einem Onkel des Weigand von Wolfsberg, erwarb das Paurische Haus am Burgberg und nannte sich seitdem „am Purchberg”. Als er 1334 starb, hinterließ er seinen Nachkommen erheblichen, dem fränkischen Bistum lehenspflichtigen Besitz mit einem jährlichen Ertrag von 35 Mark, darunter zwei Schwaigen, sechs Huben und eine Öde zu Kamp, sieben Huben am Gräbersberg, zwei Huben zu Reinfeldsdorf, einen Hof zu Pichling, ein Weinbergrecht zu Wolfsberg mit 15 Wolfsberger Eimern Ertrag, einen Hof am Kirchpichl samt zugehörigen Weingärten, einen Weingarten am Zellach, einen zu Pempach, ein Hüblein und eine Wiese zu Reding, eine solche unter Hattendorf, einen Wald am Gräbernberg und das sogenannte Paurische Haus am Burgberg. (29) Auch das Geschlecht der Würe, das einen eigenen Turm auf dem Schlossberg in den Weinbergen besaß, sollte im 14. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielen.
(29) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 40.
Am 30. September 1331 erließ Bischof Werntho von Bamberg eine neue Wolfsberger Stadtordnung in 16 Punkten, aus welcher als entscheidendes Ratsgremium der Stadt die „Zwölf” deutlich zutage treten. Die wichtigsten Entscheidungen in der Stadt wurden vom bambergischen Vizedom oder seinem Verweser, welche seitdem in Wolfsberg auf der Burg residierten, und diesen Zwölf getroffen. Dieses Stadtrecht wurde 1392 von Bischof Lamprecht ergänzt, unter Bischof Ernst am 29. November 1588 ein letztes Mal erneuert und von Bischof Johann Gottfried im Jahre 1612 noch einmal wörtlich bestätigt. Bischof Georg beabsichtigte im Jahre 1465 die Ausfertigung einer neuen Stadtordnung, die letztlich zwar für Villach, nicht aber für Wolfsberg in Kraft trat, vermutlich wegen der vorzeitigen Rückreise des Bischofs bzw. seiner Gesandten. Die 52 darin zur Diskussion stehenden Punkte – deren teilweise Streichung interessante Aufschlüsse über Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt und Herrschaft gibt – behandelten alle Bereiche vom Verhältnis zum Bischof und seinem Vertreter über den Absatz landwirtschaftlicher Produkte bis hin zu Kirchen-, Spital- und Bruderschaftsangelegenheiten und deren Kontrolle durch Stadtrichter bzw. Stadtrat. (30)
(30) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 165–194.
Die zwölf Ratsherren, für welche die Bezeichnung „senatores” üblich wurde, sind traditionell von der „Gmain” gewählt worden. Jährlich mussten zwei Räte ausgetauscht und der Stadtrichter neu gewählt werden. Neu war 1392 die Einführung des „Rates der Drei” als Polizeiorgan sowie eigene Brot- und Fleischprüfer, die jährlich von Richter und Rat eingesetzt wurden. Für jedes Stadttor gab es einen eigenen Verantwortlichen. An beamtetem Personal sind uns der Stadtschreiber, Gerichtsdiener, die Satzer für Brot, Wein und Bier, für die Fleisch- und Brotbeschau sowie der Stadtwächter überliefert. Zur Erlangung des Bürgerrechtes musste ein Bürger ein Haus kaufen oder stattdessen im Rathaus 32 fl. erlegen. Jeder Bürger sollte einen Harnisch oder eine Rüstung, zumindest aber eine „Halbhacken” besitzen.
Im Jahre 1759 verkaufte das Hochstift Bamberg aufgrund hoher Verschuldung und dringendem Finanzbedarfes seine österreichischen Herrschaften um eine Million Goldgulden dem kaiserlich-königlichen Ärar. Die Stadt Wolfsberg wurde in der Folge dem k. k. Banko, einer Wiener Finanzbehörde, unterstellt. Als Vorgesetzter der Stadtverwaltung fungierte anstelle des Bamberger Vizedoms nunmehr der kaiserliche Oberamtmann. Für Wolfsberg bedeutete der Abgang Bambergs das Ende der zentralörtlichen Hofhaltung und somit neben dem kulturpolitischen Verlust auch einen empfindlichen personellen Aderlass. Im Zuge der Josephinischen Verwaltungsreformen bestand der Magistrat Wolfsberg seit 1785 aus einem Bürgermeister und vier Räten, von 1807 an aus einem geprüften Bürgermeister, einem ebenfalls geprüften Rat und zwei weiteren Stadträten. (31)
(31) WADL u. a., Geschichtliches über Wolfsberg, Klagenfurt 2001 (Kärntner Landesarchivs, Ausstellungskatalog 7), 10–13.
Das Schloss Wolfsberg war als Sitz des Vizedoms bereits im Laufe des 16. Jahrhunderts zu einer frühneuzeitlichen Schlossanlage ausgebaut worden. Im Jahre 1747 wird seine Ausstattung als mangelhaft und erneuerungsbedürftig beschrieben, die Erhaltung des Gebäudes bereitete zunehmend Probleme. Die Staatsgüterverwaltung verkaufte Schloss und Herrschaft 1825 an die aus England zugewanderte Industriellenfamilie Rosthorn, welche den umfangreichen Waldbesitz für die Eisenproduktion benötigte. Als diese Familie ihre Industrieunternehmungen zunehmend auf das Mießtal konzentrierte, erwarb der schlesische Industriepionier Hugo Henckel Graf von Donnersmarck (1811–1890) die Herrschaft und ließ das Schloss, angeregt von seiner Ehefrau Laura geb. Hardenberg, 1846 bis 1853 durch die Wiener Architekten Romano und Schwendenwein zu einer bedeutenden romantischen Schlossanlage im Windsor- oder Tudorstil umbauen. Nach ihrem frühen Tod im Jahre 1857 ließ der Witwer jenseits des Schoßbaches auf einem markanten Hügel vom Berliner Architekten Friedrich August Stüler, einem Schüler Schinkels, ein Mausoleum in neoromanisch-byzantinischen Stilformen errichten. (32)
(32) Wilhelm DEUER, Der Umbau von Schloss Wolfsberg im Kärntner Lavanttal durch einen schlesischen Magnaten als zeittypische Aufgabe des romantischen Historismus, in: Kärnten und Böhmen, Mähren, Schlesien, hg. v. Claudia Fräss-Ehrfeld (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 89), Klagenfurt 2004, 151–181.
Vor dem 19. Jahrhundert ist die Einwohnerzahl Wolfsbergs schwer zu schätzen. Die älteste, im Zuge der Türkenabwehr zusammengestellte Wolfsberger Bürgerliste des Jahres 1532 umfasst die Namen von 149 behausten Bürgern. Für das 16. Jahrhundert kann von ca. 950 Bewohnern ausgegangen werden, für die Zeit um 1740 von etwa 1.230. (33) Im engeren Stadtgebiet der Katastralgemeinden Obere und Untere Stadt sind bei der ersten Volkszählung im Jahre 1869 2.022 Bewohner erhoben worden, deren Zahl sich während der Gründerzeit bis 1900 auf 2.774 vergrößerte, aber seit der Zwischenkriegszeit stark auf 758 (2001) und somit auf nur 37,5 % der Erhebung von 1869 gesunken ist. Diesem Trend zur Abwanderung aus den Innenstädten steht der Bevölkerungszuwachs der verkehrs- und siedlungsgünstigen Stadtrandbezirke wie Reding, Priel oder Ritzing oder den Kernwohngebieten der Eingemeindungen von St. Stefan (mit Zuwächsen von über 3.700 %!) gegenüber, während die entlegeneren Orte der Sau- und Koralpenregion (Forst, Preims oder Leiwald) umgekehrt wieder seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart eine starke Tendenz zur Landflucht widerspiegeln. (34) Auf das heutige Gemeindegebiet hochgerechnet ist die Einwohnerzahl seit 1869 von 13.062 auf 25.298 gestiegen (Stand September 2008).
(33) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 246f., 328f.
(34) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 15f.
Kirchliche Verhältnisse (35)
(35) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer II. Abteilung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte, 8. Teil: Kärnten 2. Ost- und Mittelkärnten nördlich der Drau, bearb. v. Walther Fresacher u. a., Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 52), 27 ff.; Alois GLAWAN, Wolfsberg. Kirchliche Kunstdenkmäler, Klagenfurt 1962; Kurt FORSTNER, Josef BARTH, Wolfsberg. Geschichte und Kulturdenkmäler, Wolfsberg o. J.
Das spätere Stadtgebiet und seine unmittelbare Umgebung müssen ab dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts aus dem Sprengel der salzburgischen Mutterpfarre St. Marein herausgelöst worden sein. 1216 wird ein Gotfridus sacerdos in Wolfsberch genannt und das südlich gelegene St. Johann war bereits selbständige Pfarre, 1243 fungiert ein Engelbertus plebanus Wolfsbergensis als Zeuge. (36) Vermutlich geht der Evangelist Markus als Patron der Stadtpfarrkirche auf Berthold, den Bruder des Bamberger Bischofs Ekbert (1203–1237) zurück, der von 1218 bis 1253 Patriarch von Aquileja war. Die mächtige, im Kern erhaltene dreischiffige Pfeilerbasilika der Spätromanik mit einem besonders repräsentativen Stufenportal um 1240 besaß zunächst ein Ostturmpaar nach bambergischen Gewohnheiten und stand in offensichtlicher Konkurrenz zur Kirche des Kollegiatskapitels in Völkermarkt. Sie wurde im 15. und 16. Jahrhundert mehrfach repräsentativ umgestaltet und mit einer Reihe von Seitenkapellen versehen (z. B. für die Familie Freidl). 1781 bestanden hier drei Bruderschaften zum Heiligen Blut, Corpus Christi und Rosenkranz.
(36) MC IV/1, Nr. 1727 und Nr. 2269.
Wie konzentriert im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts der Aufstieg Wolfsbergs zur Stadt vor sich ging, unterstreicht auch die Gründung eines Minoritenklosters für zehn Mönche durch Bischof Heinrich II. im Jahre 1242, der sich oft im Ort aufhielt, hier auch 1257 verstarb und in der Klosterkirche ein bemerkenswertes, leider nicht erhaltenes Hochgrab erhielt. Der gesamte Klosterkomplex wurde nach dem Stadtbrand von 1661 faktisch neuerrichtet; 1781 bestand bei der Kirche eine Johannes-Nepomuk-Bruderschaft. Das Kloster wurde aus Personalmangel 1811 geschlossen und in ein Bräuhaus umgewandelt; heute befinden sich in den zwei Trakten Wohnungen. Fünf Jahre später wurde die Kirche profaniert und in ein Theater, später in ein Kino umgebaut; sie beherbergt heute das Kultur- und Fremdenverkehrsamt der Stadtgemeinde.
Juden sind in Wolfsberg sicher erst ab 1311 nachweisbar, als ihnen im Zuge eines Vertrages zwischen Bischof Wulfing und Herzog Heinrich ihre von ersterem verbrieften Rechte garantiert werden. In der Stadtordnung Bischof Wernthos von 1331 werden sie nicht erwähnt, obwohl es sie damals in größerer Zahl in der Stadt gegeben haben muss. In einer jüngeren Überlieferung des St. Pauler Abtes Hieronymus Marchstaller und des bambergischen Vizedoms Johann Georg von Stadion wird ein Judenpogrom im Jahre 1338 erwähnt, das in einer behaupteten Hostienschändung seinen Ursprung gehabt haben und welchem rund 70 lokale Juden zum Opfer gefallen sein sollen. Der Judenstein in der Lavant nördlich des heutigen Rathausparkplatzes wird schon 1478 erwähnt, ist aber nach einer Überschwemmung 1824 gehoben und versetzt worden (an seiner Stelle befindet sich heute ein kleiner Teich mit Gedenkstein). Die Heiligblutkirche bei der Lavantbrücke soll an der Stelle der Synagoge errichtet worden sein und ist selbst 1887 dem Neubau des Rathauses zum Opfer gefallen. Von Kaiser Friedrich III. wird überliefert, dass er sich angesichts einer stürmischen Meerfahrt dem Heiligen Blut in Wolfsberg verlobt und nach Errettung ein silbernes Schiff, ein goldenes Messgewand und einen goldenen Kelch gestiftet haben soll. 1629 gelobten die Bürger von Reichenfels samt den umliegenden Orten eine Wallfahrt zum Heiligen Blut, worauf sie vor der Pest verschont blieben. Sieben Jahre später untersuchte Abt Marchstaller von St. Paul an der Spitze einer Kommission das spätgotische Ostensorium mit den zwei noch vorhandenen Hostien.
1347 versetzte Bischof Friedrich dem Juden Abraham, der urkundlich mehrfach aufscheint, ein Haus an der Ringmauer. Möglicherweise fiel er mit anderen Glaubensgenossen einem neuerlichen Pogrom im folgenden Jahr zum Opfer. Erst kurz vor 1360 haben sich in Wolfsberg wieder Juden niedergelassen, doch fehlt bereits ab 1366 jeder weitere Hinweis auf sie. (37)
(37) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 58 ff.; WADL, Geschichte der Juden (wie Anm. 8), 170–175; Andrea LAURITSCH, Die Juden in Wolfsberg. Nationalsozialistische Judenverfolgung am Beispiel Wolfsbergs, Wolfsberg 2000.
1365 wurde von der Familie Würe in dem nidern Haus (dem späteren fürstlichen Hofhaus am Getreidemarkt) eine Messe in der Georgskapelle gestiftet. Merians Kupferstich von 1649 zeigt südwestlich des Hochschlosses eine freistehende Kapelle, die er „St. Georgenkirche” nennt und die auch bei Valvasor 1688 abgebildet ist. Tatsächlich ist an dieser Stelle laut schriftlicher Überlieferung eine Kapelle zu den bambergischen Programmheiligen Heinrich und Kunigunde nachgewiesen. Ob es sich um eine Verwechslung des Zeichners oder einen Patrozinienwechsel handelt, muss offen bleiben, da die Kapelle im 18. Jahrhundert abgetragen wurde. Im Schloss selbst befand sich seit 1459 nachweislich eine zweigeschossige Ulrichskapelle, die 1597 vom Bischof von Lavant geweiht wurde. Beim romantischen Umbau des Schlosses von 1847 bis 1853 wurde die Kapelle in den Bereich der alten Schlosseinfahrt übertragen und als neogotischer Saalraum ausgestattet. Nordöstlich der Stadtpfarrkirche errichtete die Bäckerzunft im späteren 15. Jahrhundert eine spätgotische Annenkapelle, die 1497 erwähnt wird, noch heute der Bäckerinnung gehört und von ihr erhalten wird.
Selbst im Herrschaftsgebiet des Hochstiftes Bamberg verbreitete sich der Protestantismus im 16. Jahrhundert sehr schnell, wozu fränkische Zuzügler und sicherlich auch Bergknappen beigetragen haben werden. Bereits 1525 predigte Wolfgang Todt, Guardian des Minoritenklosters, Luthers Lehre. Ein Zentrum der Reformation war Schloss Bayerhofen, wo Dr. Christoph Siebenbürger und seine Ehefrau, Witwe nach Mathias Freidl, in den letzten Jahren des 16. Jahrhunderts eine Dreifaltigkeitskapelle errichteten und einen Prädikanten anstellten. Bayerhofen selbst war vor allem unter dem Handelsmann und Gewerken Matthias Freidl um 1566 zu einem mächtigen Renaissanceschloss ausgebaut worden. Ein beredtes Beispiel für die damalige Hoffnung auf religiöse Toleranz ist der um 1583 von den Bürgern gesetzte „Bischofsstein”, der Wappen und Köpfe zweier Bamberger Bischöfe sowie ihres Vizedoms Johann Friedrich Hoffman von Grünbühel zeigt (das Original befindet sich auf Schloss Reideben, eine Kopie ist seit wenigen Jahren im Park vor dem Schloss Bayerhofen aufgestellt). Im Zuge der Gegenreformation wurde die Kapelle samt einem Friedhof allerdings um 1600 zerstört und die Prädikanten vertrieben. 1859 ist nach Initiativen des Generaldirektors der Henckel-Donnersmarckschen Besitzungen die Evangelische Tochtergemeinde Wolfsberg von Waiern bei Feldkirchen aus konstituiert worden; zwei Jahre später konnte das Kirchengebäude im Südwesten der Stadt nahe der Straße nach St. Michael eingeweiht werden. Seit 1864 wurde Wolfsberg von der Pfarre Klagenfurt aus betreut, bis 1934 eine eigene Pfarrgemeinde Wolfsberg-Völkermarkt geschaffen wurde, aus der sich bereits zwanzig Jahre später Völkermarkt ebenfalls verselbständigte. (38)
(38) Die evangelische Kirche in Kärnten einst und heute, hg. v. d. Superintendentur Kärnten, Klagenfurt 1981, 86–88.
Wohl im Zusammenhang mit der gewaltsamen Schleifung der evangelischen Dreifaltigkeitskirche beim Schloss Bayerhofen ist in der Wiener Straße nahe dem Auentor eine Kirche dieses Patroziniums samt zugehörigem Bürgerspital neu errichtet worden. Auf dem Florianibild von 1607 ist das Ensemble bereits deutlich zu erkennen.
Im Zuge einer Straßenregulierung wurde sie stark verkleinert und mit einer neoromanischen Fassade versehen (um 1900). Neben zwei Epitaphien des 16. Jahrhunderts ist vor allem ein barockes, fünfteiliges Tafelbild mit der Darstellung der Legende vom Heiligen Blut aus der Zeit um 1700 zu nennen, das beim Abbruch der Heiligblutkirche hierher übertragen wurde. Im Zuge der Gegenreformation sind in Wolfsberg auch Kapuziner aus der venezianischen Ordensprovinz angesiedelt worden. 1623 fand hier ein Provinzialkapitel statt, bei welchem der Beschluss für einen Klosterbau gefasst wurde. 1634 legte Hieronymus Marchstaller, Abt von St. Paul im Lavanttal, den Grundstein, und vier Jahre später konnte der Lavanter Fürstbischof die neue Kirche zu Ehren Mariä Himmelfahrt konsekrieren. Die Baukosten des südlich außerhalb der Oberen Stadt bei der Bezirksstraße angesiedelten Klosters bestritten größtenteils der Bamberger Fürstbischof Franz von Hatzfeld und Gräfin Ursula von Thannhausen. Das Kloster brannte 1777 völlig ab und konnte nur durch großzügige Unterstützung durch Kaiserin Maria Theresia wieder hergestellt werden. Um die Wende zum 20. Jahrhundert bestand hier kurzzeitig eine Lehranstalt (Klerikat), die jedoch bald nach Leibnitz verlegt wurde. Im Jahre 2007 musste das Kloster wegen Personalmangels geschlossen werden; es wurde vom Stift St. Paul mit allen seelsorglichen Pflichten übernommen.
Bei der Volkszählung 2001 gaben als Religionszugehörigkeit 89,3 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 2,0 % evangelisch und 2,1 % islamisch an; 5,2 % waren ohne religiöses Bekenntnis.
Wohlfahrtspflege und Schulwesen
Das älteste Bürgerspital war das in einem Stiftungsbrief vom 10. August 1374 belegte herobere Bürgerspital neben der Blutspitalkirche am linken Lavantufer, das bereits um 1740 keine Pfründen und Mittel mehr aufwies, jedoch erst beim Neubau des Rathauses 1887 endgültig abgetragen wurde. (39) Das heruntere Bürgerspital, auch Dreifaltigkeitsspital oder Spital St. Trinitas genannt, stand beim Auentor nahe der um 1600 errichteten und um 1900 umgebauten Dreifaltigkeitskirche, und war offenbar durch den Stadtbrand von 1724 derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass es um 1740 keine Pfründner mehr versorgte, sondern nur mehr Getreide verteilen konnte. Es bestand aber formell noch bis 1792 und wurde erst in den Jahren danach an Private verkauft. Das bei Merian 1649 außerhalb der Stadtmauer im Süden als „Spital St. Trinitas” bezeichnete Objekt ist eindeutig das Kapuzinerkloster, für die Kapelle rechts davon gibt es keinen weiteren Beleg. Da er beim nordwestlichen Auentor weder Kirche noch Bürgerspital abbildete, dürfte es sich dabei um eine Verwechslung handeln. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete die Stadt am Gries ein Bürgerspital, auf dem 1936 die Jägerkaserne entstand, ein Armenhaus in Schoßbach und ein Siechenhaus in Ritzing. 1881 wurde das Erzherzogin-Marie-Valerie-Krankenhaus ebenfalls am Gries eröffnet (heute Allgemeines Krankenhaus).
(39) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 67.
Vor den staatlichen Reformen bestand in Wolfsberg sicher eine Pfarrschule, die bereits für das 15. Jahrhundert nachgewiesen ist, während eine Schule bei den Minoriten nur vermutet werden kann; ein erster Schulmeister wird im Ratsprotokoll für 1533 genannt. In der Reformationszeit bestand in Wolfsberg eine konfessionelle Schule, in der ein Schulmeister Latein und zwei Schulmeister Deutsch unterrichteten (sie wurde mit Beginn der Gegenreformation ab ca. 1600 ins Schloss Bayerhofen verlegt). 1750 wird erstmals das Schulhaus nahe der Pfarrkirche genannt; die zunehmend mehrklassig geführte Schule bezog zunächst 1857 ein neues Gebäude, dem bereits 1900 ein Neubau am Kanalplatz folgte. Am Weyerplatz konnten praktisch gleichzeitig eine Knaben- und eine Mädchenbürgerschule eröffnet werden (1899 bzw. 1901), die beide 1927 in Bürgerschulen umgewandelt wurden. 1951 war der Doppelhauptschulneubau am Priel fertiggestellt; heute beherbergt die Stadt neben Volks- und Hauptschulen auch eine Höhere Technische Lehranstalt (HTL), Höhere Bundeslehranstalt (HBLA), Handelsakademie (HAK) und ein Bundesoberstufenrealgymnasium (BORG). (40)
(40) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 30–33.
In Wolfsberg bestand im 20. Jahrhundert ein Barackenlager das mehrmals seine Funktionen wechselte und zeitweilig mehr Personen beherbergte als die Stadt selbst. Im Ersten Weltkrieg wurde für galizische Flüchtlinge großteils ukrainischer Nationalität, welche vor den russischen Offensiven flohen, in Priel südlich der Altstadt ein großes Lager errichtet. In der Ersten Republik lebten in den Baracken Sozialfälle, seit den dreißiger Jahren war hier auch der Freiwillige Arbeitsdienst untergebracht. Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich 1938 bestand zunächst eine Kaserne, bis im Herbst 1939 daraus das Gefangenenlager für Offiziere OFLAG XVIIIB entstand, das 1941 in ein Stammlager für Mannschaften (STALAG XVIIIA) umgewandelt wurde. Hier waren zeitweilig bis zu 40.000 Kriegsgefangene, etwa die Hälfte davon Franzosen, untergebracht. Bei einer versehentlichen Bombardierung durch amerikanische Verbände fanden 46 Gefangene den Tod. Ab Ende Mai 1945 brachten die englischen Besatzer hier bis zu 7.000 nationalsozialistische Funktionäre zur Umerziehung unter. Nach ihrer Räumung dienten die Baracken zunächst als Notwohnungen, später wurde das Gelände für Betriebsansiedlungen genutzt. (41)
(41) Barbara STELZL-MARX, Das Oflag XVIII B/Stalag XVIII A Wolfsberg 1939–45, in: Wolfsberg, hg. v. Robert Gratzer, Wolfsberg 2001, 182–206; WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 59–62.
Marktwesen
Bischof Friedrich III. von Bamberg verlieh im Jahre 1495 den Wolfsberger Bürgern das Recht zur Abhaltung eines gefreiten Jahrmarktes am Lamprechtstag (17. September). Aufgrund des Protestes der Stadt Völkermarkt, die gleichzeitig ihren Jahrmarkt abhielt, ließ ihn Kaiser Maximilian I. zwar abstellen, doch erreichte Bischof Georg nach Interventionen die Verleihung eines neuen Jahrmarktes am Sonntag nach Kolomanni (13. Oktober). Dieser Jahrmarkt fand ähnlich den Wiesenmärkten von St. Veit und Bleiburg außerhalb der Stadtmauern unter dem Schutz der landesfürstlichen Freiung statt. 1635 erteilte Bischof Franz der Stadt das Recht zur Abhaltung eines Jahrmarktes am Sonntag Misericordiae (2. Sonntag nach Ostern), der von Bischof Melchior im Jahre 1651 auf den Montag nach Fronleichnam verlegt wurde. Kaiser Ferdinand I. bestätigte beide Jahrmärkte mit Privileg vom 17. März 1840. (42) Eine Mautordnung aus dem Jahr 1739 nennt als lokale Handels- und Transitgüter vor allem Eisenwaren, Getreide, Wein, Häute und Felle sowie Weber- und Kramerwaren. Die Bergwerksarbeiter und Bürger der benachbarten bambergischen Städte und Märkte waren mautfrei. (43)
(42) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 204–206, 312f.
(43) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 323 ff.
Drei Wolfsberger (Straßen-)Plätze tragen ihren Namen nach Märkten, doch ist der Wochenmarkt, für den ein Privileg von 1612 überliefert ist, traditionell samstags auf dem Hohen Platz abgehalten worden. Während der Rindermarkt schon 1351 als solcher überliefert ist und der Getreidemarkt nahe der fürstlichen Hofhaltung ebenfalls eine alte Nutzung zu diesem Zwecke widerspiegelt, erhielt der Rossmarkt in der Unteren Stadt erst seit den in etwa monatlichen Abständen abgehaltenen Viehmärkten der Gründerzeit um 1900 seinen Namen. Seit 1890 fanden in Wolfsberg Obstausstellungen statt, die der gesteigerten Bedeutung dieses landwirtschaftlichen Produktionszweiges Rechnung trugen. (44) Der Hohe Platz, obwohl zweifellos als erster Straßenmarkt an der Durchzugstraße unter der Burg entstanden, war später mit dem Rathaus samt Archiv und Arrestzellen das repräsentative Zentrum der Bürgerstadt. Ende des 17. Jahrhunderts wohnten am Platz der Stadtphysikus, der Apotheker, der städtische Kanzleidirektor und sein Kassier sowie angesehene Kaufleute; entlang der Verlängerung des Platzes gegen Süden (Johann-Offner-Straße) weitere Honoratioren. (45)
(44) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 40–42; LEITNER, Wolfsberg (wie Anm. 14).
(45) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 328f.
Handwerk und Zünfte
Die durch Bischof Leopold erlassene Wolfsberger Fleischhauerordnung vom 10. August 1300 wirft ein erstes Schlaglicht auf die städtischen Machtverhältnisse: Wer dieses Gewerbe ausüben wollte, brauchte die Genehmigung des bischöflichen Stadtrichters und des Rates der Fleischhauer; verhängte Strafen gingen zu 40 % an die bischöfliche Kammer, zu 10 % an den Stadtschreiber und zur Hälfte an die Fleischerzunft. (46) Die Wolfsberger Schneiderordnung vom 7. Mai 1490 überliefert wiederum die frühesten aus Kärnten bekannten Bestimmungen über die Ablegung des Meisterstückes. Und die Weberbruderschaft des Jahres 1455 ist das erste Beispiel für den Zusammenschluss der Meister dieses Handwerks mehrerer Städte und Märkte, nämlich jener des Hochstiftes Bamberg im Lavanttal. Für die Schustergesellen blieb aus dem Jahre 1478 eine „Schuhknechtordnung” erhalten. Zum Schutze ihrer eigenen Produkte erhielten die Wolfsberger Hafner im Jahre 1521 eine eigene Ordnung, die den Verkauf fremder Hafnerware stark beschränkte. 1611 wurde sie für die Schwarzhafner bestätigt, die sich mittlerweile in Wolfsberg aufgrund der hervorragenden Qualität des Tons vom benachbarten Dachberg spezialisiert hatten. Überhaupt wurden die Zunftordnungen bis ins 18. Jahrhundert immer wieder erneuert und bei Bedarf neuen Erfordernissen angepasst. Für die Fleischer und Bäcker regelten auch die Stadtordnungen (s. o.) die Qualität der Ware und ihre Kontrolle. Die Bäcker besitzen seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert bis heute die freistehende Annenkapelle nahe der Stadtpfarrkirche St. Markus. (47) Die Fleischhauer unterhielten ein eigenes kleines Häuschen in der Zörergasse (Schlossergasse), in welchem der Kaplan ihrer Heiligblutstiftung für die Pfarrkirche wohnte und für das sie 1521 sogar die Steuerfreiheit erlangten. (48)
(46) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 34.
(47) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 195 ff.
(48) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 230 ff.
Eine wichtige Quelle für Handwerk und Wirtschaft in Wolfsberg sind die anlässlich der Erbhuldigungen oder Inspektionsreisen der Bamberger Fürstbischöfe vorgebrachten Beschwerden: So wurde 1501 beklagt, dass Wolfsberg vom Eisenhandel ausgeschlossen sei und die Stadt vom Weinbau abhinge, der allerdings öfters missrate. 1521 waren die Verkehrsrandlage, der Niedergang des Wochenmarktes durch den Gäuhandel sowie der Weinausschank außerhalb der städtischen Kontrolle die wichtigsten Kritikpunkte. Die Völkermarkter verlangten vom Wolfsberger Eisen hohe Niederlagsgebühren, und parallel dazu war das alte Wolfsberger Niederlagsrecht für Eisen aus dem steirischen Obdach vom Landesfürsten abgestellt worden (ein weiteres Beispiel für die dirigistische, die eigenen Märkte bevorzugenden Wirtschaftsmaßnahmen der Habsburger). (49)
(49) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 207 ff. und 214 ff.
1517 waren in Wolfsberg 4 Bäcker, 4 Metzger, 6 Schneider, 6 Schuster, 2 Binder, 6 Gürtler, 6 Lederer, 3 Kürschner, 2 Schlosser, 2 Schmiede, 1 Maler, 1 Müller, 4 Tischler, 1 Seiler, 1 Spengler, 2 Goldschmiede, 1 Sattler, 8 Weber, 2 Beutler, 1 Glaser, 1 Drechsler, 1 Zinngießer, 1 Gerber, 2 Bader, 3 Zimmermeister, 2 Huterer, 1 Färber und ein Maurermeister ansässig. Zur Zeit der Anlegung der Rektifikation (staatliche Einheitswerterhebung zur gerechteren Steuerbemessung unter Maria Theresia) bestanden in Wolfsberg nachfolgende Gewerbe (1748): 4 Kaufleute, 3 Krämer, 13 Gastwirte und Bierbrauer, 11 Bäcker, 7 Fleischhauer, 6 Lederer, 2 Weißgerber, 3 Kürschner, 7 Schuhmacher, 3 Riemer, 2 Sattler, 1 Gürtler, 1 Klampferer (Spengler), 8 Schneider, 1 Bortenwirker, 4 Stricker, 4 Hutmacher, 4 Weber, 3 Färber, 2 Seiler, 2 Goldschmiede, 1 Kupferschmied, 2 Büchsenmacher, 4 Schlosser, 5 Schmiede, 1 Bildhauer, 1 Drechsler, 3 Tischler, 1 Stöckischneider, 3 Binder, 1 Rader, 2 Buchbinder, 2 Bader, 1 Perückenmacher, 1 Kammmacher, 1 Zinngießer, 1 Glaser, 1 Seifensieder und 8 Hafner. (50)
(50) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 42f.; LEITNER, Wolfsberg (wie Anm. 14), 13f.
Wein- und Obstbau
Seit dem 13. Jahrhundert sind um Wolfsberg und auch auf dem Schlossberg ausgedehnte Weinrieden überliefert, die nach Bergrecht ausgegeben wurden bzw. zinsten. 1267 werden der Erzbischof von Salzburg und der Edle Wigand als Inhaber von Zehenten an den Weinbergen der Umgebung genannt. (51) Immer wieder musste die Bürgerschaft ihren eigenen Wein durch Ausschankverbote steirischer und italienischer Weine schützen. Nicht zuletzt wegen der Klimaverschlechterung seit der frühen Neuzeit büßte der bis dahin geschätzte Wein seine Qualität ein und wurde von den aus der Untersteiermark und Italien importierten Weinen verdrängt. Noch im Franziszeischen Kataster von 1829 sind Weingärten ausgewiesen, deren letzte in der Zwischenkriegszeit zwar aufgegeben wurden, doch erlebt der lokale Weinbau seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wieder eine Renaissance (z. B. auf dem Schlosshügel von Thürn).
(51) MC IV, 1906, Nr. 2950 (1267 Oktober 3).
Umgekehrt hat der traditionelle, klimatisch begünstigte Obstbau in „Pomonens Tempel” (so die Bezeichnung des Lavanttales im Gedicht „Des Kärntners Vaterland” von Johann Thaurer Ritter von Gallenstein aus dem Jahre 1822, der heutigen Landeshymne) seit dem 19. Jahrhundert durch örtliche Pioniere der Landwirtschaftsgesellschaft (Dr. Johann Burger, Johann Söllner) und durch industriellen Bedarf (Essig für die Bleiweißerzeugung der Freiherren von Herbert) einen starken Aufschwung erfahren und stellt heute einen wichtigen Wirtschaftszweig dar (Qualitätsmost).
Industrie und Bergbau (52)
(52) Vgl. hiezu auch Fritz WITTMANN, Beiträge zur Häuserchronik von Wolfsberg: Hammerwerke, Mühlen und dergleichen im alten Stadtgebiete, in: Wolfsberg, hg. v. Robert Gratzer, Wolfsberg 2001, 411–436.
Die Gegend nördlich von Wolfsberg bot mit dem reichlichen Vorkommen von Eisen, Holz und Wasserkraft günstige Voraussetzungen für die Entstehung eisenverarbeitender Industrie. Eine solche ist zunächst im Waidensteiner Graben nachweisbar, wo Wulfing von Ungnad vor 1352 eine Hammerschmiede betrieb; später entstanden weitere Hammerwerke bei St. Leonhard und im Fraßgraben nahe St. Gertraud. Mit Ausnahme des von Martin Freidl um 1490/1500 errichteten Hammers am Priel blieb die Eisenerzeugung im Oberen Lavanttal konzentriert, wo das Bistum Bamberg als Inhaber der meisten Bergbaue und Hammerwerke 1688 durch die Verlegung des Hammerwerks im Pressinggraben an das rechte Lavantufer bei St. Gertraud den ersten größeren Industriekomplex des Tales schuf. Diese Werke kamen durch den Verkauf der bambergischen Besitzungen 1759 an den österreichischen Staat und ab 1826 an die aus England stammenden Brüder Rosthorn, die nach erfolgreichem Einsatz des Puddlingverfahrens 1832 mit der Wolfsberger Eisenwerksgesellschaft die erste Aktiengesellschaft Kärntens gründeten. Doch schon 1846 erwarb der schlesische Adelige und Industriepionier Hugo Henckel von Donnersmarck von den Rosthorn, die ihre montanistischen Aktivitäten auf Prävali im Mießtal konzentrierten, deren Gesellschaft und siedelte sich im Schloss Wolfsberg an, das er von den Wiener Architekten Romano und Schwendenwein auf künstlerisch höchstem Niveau und mit allem nur denkbaren Komfort in Formen der Windsor- oder Tudorstil umbauen ließ. 1851 erwarb er den Bergbau und Hochofen von Waidenstein und ließ im obersteirischen Zeltweg ein Stahl- und Walzwerk errichten.
In Wolfsberg selbst war die 1792 in Betrieb genommene Bleiweißfabrik des Franz Paul von Herbert an der Ostecke der Oberen Stadt (heute Parkplatz an der Johann-Offner-Straße) der erste industrielle Großbetrieb. Das Werk florierte durch eine Revolutionierung des Herstellungsverfahrens und wurde von der Familie Herbert-Kerchnawe im Jahre 1900 an die Bleiberger Bergwerksunion verkauft, welche den Betrieb aufgrund der Rohstoff- und Absatzkrise der Ersten Republik im Jahre 1925 stilllegte. Doch gleich an fünf weiteren Stellen im näheren Umkreis des heutigen Stadtzentrums bestanden längerfristig Eisenhämmer und Nagelschmieden, die im 19. Jahrhundert teilweise zu bedeutenden Produktionsstätten aufstiegen: an der Schwemmtratten im Norden nahe Ritzing, am sogenannten Stadthammergelände auf einer Lavantinsel nördlich der Altstadt (heute Parkplatz), an der Schleifen nahe St. Jakob im Westen der Stadt, an der Mündung des Weißenbaches unterhalb von Bayerhofen und nahe dabei am Priel östlich der Lavant. Zwischen der zweiten Hälfte des 15. und dem 17. Jahrhundert errichtet, wurden ihre weiteren Entwicklungen sehr wesentlich durch den Obdacher Kaufmannssohn Johann Michael Offner den Älteren (1720–1785) und seine Nachkommen geprägt, welcher als Handlungsgehilfe seiner Tante, der Kauffrau Maria Ziegler, nach Wolfsberg gekommen war. Mit seiner Hilfe erwarb sie 1752 den Hammer an der Schwemmtratten und überließ ihn ihm drei Jahre später. 1756 erbte er ihr Haus in der Unteren Stadt (Nr. 139), das – erweitert um Zukäufe seines Sohnes 1797 – zum Stammhaus seiner Unternehmungen werden sollte (Geschäftshauskomplex am Offner-Platzl im Bereich Bamberger Straße, Bürgergasse und Felfergasse). Neben ihren montanistischen Aktivitäten betrieben die Offner auch Handel mit verschiedensten Produkten wie Wein, Tuch, Zeug und Spezereien – sowie natürlich mit Eisenwaren. (53) Bis zum heutigen Tage haben die Nachkommen (Offner, Swatek, Niedersüss) durch neue Geschäftsideen trotz geänderter Marktbedingungen und Konjunkturen Erfolg gehabt, etwa durch die Gründung der IMO-Baumärkte (seit 1996 OBI). (54)
(53) Karl DINKLAGE, Hannes OFFNER, Zweihundert Jahre Johann Offner Sensen- und Gabelfabrik Wolfsberg/Kärnten 1755–1955, Wolfsberg 1955; Karl DINKLAGE, 200 Jahre Grosshandlungshaus Kunstmühle Sensenfabrik J. M. Offner Wolfsberg/Kärnten 1756–1956, Wolfsberg 1956.
(54) 300 Jahre J. M. Offner vormals A. M. Ziegler geb. Offner, 1707–2007, Wolfsberg 2007.
Seit einem bambergischen Lehenbrief von 1399 ist die Mühle zu Ritzing (ident mit der Planken- bzw. Steinmühle?) etwa an der Stelle nachweisbar, wo sich heute das Elektrizitätswerk und Lagerhaus befindet. 1584 wird in Ritzing die Neuaufrichtung eines Eisenhammers durch Dietrich Zuckenmantel überliefert, bei dem es sich vielleicht um das spätere Werk an der Schwemmtratten etwas Lavant aufwärts gehandelt haben könnte. Hier bestand „an der Groglitz” bereits vor 1500 ein Hammer, der durch ein Unwetter weggeschwemmt, aber bereits wenig später von Martin Freidl als Drahtziehhammer neu errichtet worden war. Die Drahtzieher genossen bald solche Bedeutung, dass sie sich 1543 eine eigene Zunftordnung gaben. Der Drahtzieherei gegenüber wurde am rechten Lavantufer im frühen 17. Jahrhundert ein Büchsenhammer in Betrieb genommen, vor 1643 kam eine Nagelschmiede dazu. Das Werk hat 1752 Maria Ziegler mit Hilfe ihres Neffen Johann Michael Offner erwerben können und ihm später geschenkt. Zwar vermochte sein Enkel Josef den Plan zur Errichtung eines Walzwerkes aus Mangel an ihm zum Betrieb vorgeschriebener Steinkohle nicht verwirklichen, dessen Sohn Johann Offner (1839–1901) begründete jedoch 1867 die Sensenproduktion auf der Schwemmtratten und übertraf damit seinen Onkel am Stadthammer. Er vermochte seine Produkte vor allem in der Levante und in Russland in großem Umfang abzusetzen. Erst in der Zwischenkriegszeit kam der Absatz vor allem durch die Abriegelung Russlands ins Stocken, wodurch das Werk zeitweilig stillgelegt wurde und auch später nie mehr die vorherigen Produktionszahlen erreichte. 1946 wurde der Sensenhammer in ein noch heute erfolgreiches Werk für die Produktion bäuerlicher Gartengeräten (Hacken, Schaufeln, Spaten, Gabeln etc., später auch Rechen) umfunktioniert. Bereits 1893 hatte Johann Offner den Wallerhof erworben, dessen Sägewerk (heute dem Gerätewerk Schwemmtratten an der Landesstraße nach Frantschach gegenüberliegend) zur Grundlage für die heutige Johann Offner Holzindustrie wurde. (55)
(55) DINKLAGE, OFFNER, Zweihundert Jahre (wie Anm. 53), 2 ff.; DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 5–7, 11; Thomas ZELOTH, 250 Jahre Johann Offner – Tradition und Wandel, Wolfsberg 2005.
Bei einer schon 1399 bezeugten Mühle entstand im 17. Jahrhundert ein Schmiedehammer mit Hackenschmiede, der hinfort aufgrund seiner Lage unmittelbar nördlich der Stadt als Stadthammer bezeichnet wurde. Nach 1756 errichtete hier der Verweser der bambergischen Eisenwerke, Johann Georg Schwaiger, neben einem bereits vorhandenen Zeug- und Zainhammer auch einen Blechhammer, der von seinen Erben mit Konzession von 1763 um einen zweiten erweitert wurde. Franz Baumgartner übernahm 1820 den Betrieb bereits mit der Absicht einer Sensenproduktion, verkaufte ihn aber schon 1822 Offners Konkurrenten Karl Stimpfl, nach dessen Tod das Unternehmen 1833 an Alois Offner kam, der hier einen großen Werkkomplex zu schaffen vermochte. (56)
(56) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 40f.
Die Schleifen erhielt ihren Namen vermutlich nach einem Schleifwerk des 15. Jahrhunderts, das am Weißenbach knapp vor der Mündung in die Lavant errichtet worden war. Seit dem 17. Jahrhundert ist hier eine Nagelschmiede nachweisbar, die allerdings bis zum Erwerb durch Offner 1766 nur mehr von geringer Bedeutung war. Der Käufer erlangte hierfür 1772 eine kaiserliche Konzession; sein gleichnamiger Sohn erwarb dazu 1789 auch das unweit St. Jakob gelegene Hammerwerk, das auf einen bereits um 1500 genannten Drahtzieherhammer zurückging und nach seinen Besitzern von 1704 bis gegen 1770 auch als „Westiner-Hammer” bezeichnet wurde. 1866 gab Alois Offner die Nagelproduktion an der Schleifen auf, 1880 entstand hier die Wagenfedern- und Achsenfabrik des Leopold Lienhart, in deren Nähe sich heute die Stadtsäle befinden. (57)
(57) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 29f., 32f und 45.
Auch am Priel südlich von Bayerhofen ist zunächst eine Mautmühle nachweisbar, die bereits 1351 im Nachlass des Edlen Ulrich dem Chrabat erwähnt wird. Einen ersten Eisenziehhammer und vermutlich auch eine Nagelschmiede ließ der Kaufmann und Gewerke Martin Freidl der Ältere zwischen etwa 1490 und 1500 errichten. Von 1572 bis 1867 wurde er von verschiedenen Gewerken, darunter Kaufleuten und bambergischen Dienstleuten, betrieben und stand zwischen 1729 und 1751 still. 1867 ersteigerte Alois Offner das Hammerwerk und konnte durch Erwerb des nahegelegenen Drahtzuges zwei Jahre später alle Eisenwerke am Priel für die verstärkte Sensenproduktion vereinigen, die erst 1958 stillgelegt und in eine Tubenfabrik umgewandelt wurde. 1878 hatte Alois Offners Schwiegersohn Dr. Franz Martinz die Mautmühle am Priel erworben und sie zur Kunstmühle für die Herstellung feinster Mehle umbauen lassen. (58)
(58) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 8ff, 45f und 52f.
Südlich von Wolfsberg wurde seit 1845 zu St. Stefan (seit 1973 nach Wolfsberg eingemeindet) kontinuierlich Braunkohle abgebaut, an welchem Unternehmen sich seit 1856 auch Hugo Henckel von Donnersmarck beteiligte. Diese Lavanttaler Kohlebergbaue, welche die Industriebetriebe der Umgebung versorgten, wurden 1946 verstaatlicht und nach einem verheerenden Grubenbrand im Jahre 1968 geschlossen.
Die Lavanttaler Industrie litt besonders im 19. Jahrhundert unter der schlechten Verkehrsanbindung des Tales. 1879 konnte nach längerem Wirken einer Interessentengruppe mit Hugo Henckel an der Spitze eine normalspurige Staatsbahn in Betrieb genommen werden, die Wolfsberg mit der Südbahn verband und nach Unterdrauburg/Dravograd führte. Im Jahre 1900 wurde diese Bahn im Norden bis nach Zeltweg verlängert, sodass einerseits die Henckel-Donnersmarckischen Industriebetriebe untereinander verbunden waren und die Wolfsberger Industrie insgesamt gute Anschlüsse an das Bahnnetz besaß. Durch den Verlust Unterdrauburgs nach dem Ersten Weltkrieg 1919 kam Wolfsberg erneut in eine isolierte Verkehrslage, die erst durch die Fertigstellung der Jauntalbahn von Bleiburg nach St. Paul im Jahr 1964 gemildert werden konnte.
Zusammenfassung
Anfangs nur eine von vielen Händler- und Handwerkersiedlungen am Fuße einer Burg, hat Wolfsberg seit dem 14. Jahrhundert als Hauptort der bambergischen Besitzungen eine gewisse zentralörtliche Bedeutung erlangen können. Auffallend ist seit dem 13. Jahrhundert der starke Zuzug des lokalen Adels in die Stadt und damit verbunden eine große soziale Mobilität. Die Verkehrsrandlage hat einen größeren Aufstieg der Stadt verhindert, doch ist Wolfsberg als wichtiger Verarbeitungsort der lokalen Eisenproduktion vom 16. bis ins 20. Jahrhundert hervorzuheben, die bis in die Gegenwart nachwirkt. Die Ausweisung der Protestanten seit den Jahren um 1600 hat die Besitzverhältnisse der Eisenproduktion in und um Wolfsberg deutlich verändert und insbesondere die Konzentration auf wenige Familien (z. B. Freidl) beendet. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts haben Johann Michael Offner und seine Nachkommen die lokale Eisenverarbeitung, aber auch Handel und Gewerbe, bis zum heutigen Tage nachhaltig geprägt. Die durch Eingemeindungen seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts überdurchschnittlich gewachsene Stadt hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die örtlichen Eisenindustrien noch blühten, als Bezirksstadt neue Infrastrukturen aufbauen können (Krankenhaus etc.), die seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt wurden und heute Wolfsberg zum unumstrittenen Verwaltungs-, Schul- und Dienstleistungszentrum des Lavanttales machen.
Wilhelm Deuer
Anmerkungen
(1) Franz KAHLER, Zur Geologie des Lavanttales, in: Das Lavanttal. Wirtschaftsperle Kärntens, Wolfsberg 1951, 3f.
(2) August von JAKSCH, Die Reise des Bischofs Georg III. von Bamberg nach Kärnten 1521 August 5. bis November 28., in: Carinthia I 95 (1905), 95.
(3) G. PICCOTINI (Hg.), Archäologischer Atlas von Kärnten, Klagenfurt 1989, 74 ff.; Walter MODRIJAN (†) ergänzt von Gernot PICCOTINI, Das Lavanttal in urgeschichtlicher und römischer Zeit, in: Schatzhaus Kärntens. Landesausstellung St. Paul im Lavanttal 1991, Bd. II, 317–338.
(4) Eberhard KRANZMAYER, Ortsnamenbuch von Kärnten, Bd. II, Klagenfurt 1958 (AVGT 51) an verschiedenen Stellen.
(5) Martin WUTTE, Kärntner Gerichtsbeschreibungen, Klagenfurt 1912 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 19–21), 196 (Abschrift des 16. Jahrhunderts eines vor 1438 verfassten Originals).
(6) August JAKSCH (Hg.), Monumenta ducatus Carinthiae (MC), Bd. III, Klagenfurt 1904, Nr. 1242.
(7) Karl DINKLAGE, Geschichte der Stadt Wolfsberg, Typoskript Klagenfurt 1964/65 (Kärntner Landesarchiv, Hs. 13/53), 7f.
(8) Dass es zumindest im 14. Jahrhundert noch einzelne Villacher Vizedome gab, belegt die Nennung eines Villacher Vizedoms Walther in einer Urkunde von 1270; vgl. Wilhelm WADL, Geschichte der Juden in Kärnten im Mittelalter, 2. erw. Aufl. Klagenfurt 1992 (Das Kärntner Landesarchiv 9), 170.
(9) MC IV/2, Nr. 1727 (Gotfridus sacerdos 1216); ebd., Nr. 1866 (Wolfvesperch 1224); ebd., Nr. 2123 (1236 April 5).
(10) MC Bd. V, Nr. 293.
(11) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 219.
(12) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 91 ff.
(13) Eva DEMEL, Schwarzhafnerei im Lavanttal, Klagenfurt 2008 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 95), 34. Auch in St. Paul im Lavanttal hat sich, allerdings erst nach 1800, der Name „Schwarzes Viertel” für den ältesten Ortsteil längs des Granitzbaches eingebürgert.
(14) Friedrich W. LEITNER, Wolfsberg (Österreichisches Städtebuch), Manuskript o. J., basierend auf Vorarbeiten von Herta Wittmann unter Mitarbeit von Heinrich Marchl, Manuskript Wolfsberg 1964.
(15) Alois GLAWAN, Wolfsberg. Kirchliche Kunstdenkmäler, Klagenfurt 1962, 29f.
(16) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 328f.; GLAWAN, Wolfsberg (wie Anm. 15), 31–33.
(17) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 333.
(18) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer I. Abteilung: Die Landgerichtskarte, 4. Teil: Kärnten u. a., bearb. v. August von Jaksch, Martin Wutte u. a., Wien 1929, 148–150.
(19) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 327.
(20) Martin WUTTE, Kärntner Gerichtsbeschreibungen, Klagenfurt 1912 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 20/21), 194–197.
(21) Gebiets- und Namensänderungen der Stadtgemeinden Österreichs, bearb. v. Hermann Rafetseder, Linz/Donau 1989 (Forschungen zur Geschichte der Städte und Märkte Österreichs 2), 351 ff.
(22) Kärntner Landesarchiv, Allgemeine Urkundenreihe (AUR) 1295–07–14 (nur kopial überliefert).
(23) Staatsarchiv Bamberg, Urkunde Nr. 4344.
(24) Wilhelm DEUER, Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt 2006, 302. Eine entstellte, lange nachwirkende Darstellung findet sich bei Hugo Gerard STRÖHL, Städtewappen von Österreich-Ungarn, 2. Aufl. Wien 1904.
(25) Karlheinz ZECHNER, Die Rechte der Kärntner Städte im Mittelalter und ihr Zusammenhang mit den Stadtrechten außerhalb Kärntens, München 1938, 70–81; grundlegend dazu DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 12 ff., 52 ff., 111 ff., 160 ff., 165 ff., 270 ff.
(26) MC Bd. VI, Nr. 93.
(27) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 32.
(28) Alfred OGRIS, Die Bürgerschaft in den mittelalterlichen Städten Kärntens bis zum Jahre 1335, Klagenfurt 1974 (Das Kärntner Landesarchiv 4), 42f.
(29) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 40.
(30) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 165–194.
(31) WADL u. a., Geschichtliches über Wolfsberg, Klagenfurt 2001 (Kärntner Landesarchivs, Ausstellungskatalog 7), 10–13.
(32) Wilhelm DEUER, Der Umbau von Schloss Wolfsberg im Kärntner Lavanttal durch einen schlesischen Magnaten als zeittypische Aufgabe des romantischen Historismus, in: Kärnten und Böhmen, Mähren, Schlesien, hg. v. Claudia Fräss-Ehrfeld (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 89), Klagenfurt 2004, 151–181.
(33) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 246f., 328f.
(34) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 15f.
(35) Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer II. Abteilung: Die Kirchen- und Grafschaftskarte, 8. Teil: Kärnten 2. Ost- und Mittelkärnten nördlich der Drau, bearb. v. Walther Fresacher u. a., Klagenfurt 1958 (Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie 52), 27 ff.; Alois GLAWAN, Wolfsberg. Kirchliche Kunstdenkmäler, Klagenfurt 1962; Kurt FORSTNER, Josef BARTH, Wolfsberg. Geschichte und Kulturdenkmäler, Wolfsberg o. J.
(36) MC IV/1, Nr. 1727 und Nr. 2269.
(37) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 58 ff.; WADL, Geschichte der Juden (wie Anm. 8), 170–175; Andrea LAURITSCH, Die Juden in Wolfsberg. Nationalsozialistische Judenverfolgung am Beispiel Wolfsbergs, Wolfsberg 2000.
(38) Die evangelische Kirche in Kärnten einst und heute, hg. v. d. Superintendentur Kärnten, Klagenfurt 1981, 86–88.
(39) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 67.
(40) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 30–33.
(41) Barbara STELZL-MARX, Das Oflag XVIII B/Stalag XVIII A Wolfsberg 1939–45, in: Wolfsberg, hg. v. Robert Gratzer, Wolfsberg 2001, 182–206; WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 59–62.
(42) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 204–206, 312f.
(43) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 323 ff.
(44) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 40–42; LEITNER, Wolfsberg (wie Anm. 14).
(45) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 328f.
(46) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 34.
(47) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 195 ff.
(48) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 230 ff.
(49) DINKLAGE, Wolfsberg (wie Anm. 7), 207 ff. und 214 ff.
(50) WADL, Geschichtliches über Wolfsberg (wie Anm. 31), 42f.; LEITNER, Wolfsberg (wie Anm. 14), 13f.
(51) MC IV, 1906, Nr. 2950 (1267 Oktober 3).
(52) Vgl. hiezu auch Fritz WITTMANN, Beiträge zur Häuserchronik von Wolfsberg: Hammerwerke, Mühlen und dergleichen im alten Stadtgebiete, in: Wolfsberg, hg. v. Robert Gratzer, Wolfsberg 2001, 411–436.
(53) Karl DINKLAGE, Hannes OFFNER, Zweihundert Jahre Johann Offner Sensen- und Gabelfabrik Wolfsberg/Kärnten 1755–1955, Wolfsberg 1955; Karl DINKLAGE, 200 Jahre Grosshandlungshaus Kunstmühle Sensenfabrik J. M. Offner Wolfsberg/Kärnten 1756–1956, Wolfsberg 1956.
(54) 300 Jahre J. M. Offner vormals A. M. Ziegler geb. Offner, 1707–2007, Wolfsberg 2007.
(55) DINKLAGE, OFFNER, Zweihundert Jahre (wie Anm. 53), 2 ff.; DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 5–7, 11; Thomas ZELOTH, 250 Jahre Johann Offner – Tradition und Wandel, Wolfsberg 2005.
(56) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 40f.
(57) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 29f., 32f und 45.
(58) DINKLAGE, 200 Jahre (wie Anm. 53), 8ff, 45f und 52f.

 

 

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